Wissenswertes
-
Warum brauche ich eine Netzumschaltbox für meine PV-Anlage?
-
Funktioniert meine PV-Anlage bei Stromausfall weiter?
-
Wie lange hält mein Batteriespeicher bei Stromausfall?
-
Welche Full-Backup-Box passt zu meiner PV-Anlage?
-
Mehrere Wechselrichter im PV-Notstromsystem sicher anschließen
-
Wallbox und Wärmepumpe im PV-Notstromsystem richtig einbinden
-
Was passiert bei einem Wechselrichterdefekt mit meiner Stromversorgung?
-
Für wen lohnt sich eine Netzumschaltbox?
-
Umschaltzeit der Netzumschaltbox – warum ca. 2 Sekunden sinnvoll sind
-
PV-Notstrom für Gewerbe: Netzumschaltbox bis 160A
Funktioniert meine PV-Anlage bei Stromausfall weiter?
Viele Betreiber einer Photovoltaikanlage stellen sich die Frage, ob ihre PV-Anlage bei einem Stromausfall weiterhin Strom erzeugt. Die Antwort lautet: Ja, das ist möglich – allerdings nur, wenn die Anlage entsprechend aufgebaut ist.
Eine normale netzgekoppelte PV-Anlage schaltet sich bei einem Stromausfall aus Sicherheitsgründen ab. Das liegt daran, dass der Wechselrichter ohne öffentliches Stromnetz nicht einfach weiter einspeisen darf. Andernfalls könnten Leitungen, die eigentlich spannungsfrei sein müssten, weiterhin unter Spannung stehen. Das wäre gefährlich für Personen, die am Stromnetz arbeiten, und kann technische Schäden verursachen.
Damit eine PV-Anlage im Stromausfall weiter genutzt werden kann, benötigt sie einen geeigneten Hybridwechselrichter mit Backup-Funktion, einen Batteriespeicher und eine sichere Netztrennung. Die Netzumschaltbox übernimmt dabei die Aufgabe, das Gebäude vom öffentlichen Netz zu trennen und auf den Backup-Ausgang des Wechselrichters umzuschalten.
Warum schalten viele PV-Anlagen bei Stromausfall ab?
PV-Wechselrichter sind normalerweise dafür ausgelegt, Strom in ein vorhandenes öffentliches Stromnetz einzuspeisen. Fällt dieses Netz aus, fehlt dem Wechselrichter die notwendige Netzreferenz. Gleichzeitig darf keine Energie unkontrolliert in das öffentliche Netz zurückgespeist werden.
Deshalb schalten klassische PV-Wechselrichter bei Netzausfall automatisch ab. Auch wenn die Sonne scheint, kann die PV-Anlage dann keinen Strom für das Gebäude bereitstellen.
Eine Notstrom- oder Ersatzstromfunktion ist also keine automatische Eigenschaft jeder PV-Anlage. Sie muss gezielt geplant und technisch umgesetzt werden.
Wann funktioniert Solarstrom im Notstrombetrieb?
Solarstrom kann im Notstrombetrieb genutzt werden, wenn ein geeigneter Hybridwechselrichter vorhanden ist. Dieser Wechselrichter kann ein eigenes Ersatzstromnetz aufbauen und die Verbraucher im Gebäude über seinen Backup-Ausgang versorgen.
Im Notstromfall wird das Gebäude vom öffentlichen Netz getrennt. Der Hybridwechselrichter übernimmt die Versorgung. Die Energie kommt aus dem Batteriespeicher und – bei ausreichender Sonneneinstrahlung – zusätzlich aus den PV-Modulen.
Dadurch kann die PV-Anlage auch während eines Stromausfalls weiter zur Versorgung beitragen. Tagsüber kann sie den aktuellen Hausverbrauch decken und gleichzeitig die Batterie nachladen.
Welche Rolle spielt die Netzumschaltbox?
Die Netzumschaltbox sorgt für die sichere Umschaltung zwischen Normalbetrieb und Notstrombetrieb. Im Normalbetrieb wird das Gebäude über den öffentlichen Netzanschluss versorgt. Dadurch steht die volle Hausanschlussleistung zur Verfügung.
Fällt das Stromnetz aus, trennt die Netzumschaltbox das Gebäude vom öffentlichen Netz und schaltet auf den Backup-Ausgang des Hybridwechselrichters um. Diese Trennung ist wichtig, damit keine Energie in das öffentliche Netz zurückfließt.
Erst nach dieser sicheren Trennung kann der Wechselrichter das Gebäude im Ersatzstrombetrieb versorgen.
Wird die Batterie bei Stromausfall weiter geladen?
Ja, wenn der Hybridwechselrichter diese Funktion unterstützt, kann die Batterie im Notstrombetrieb durch die PV-Module nachgeladen werden. Das ist ein entscheidender Vorteil gegenüber einfachen Notstromlösungen.
Scheint während des Stromausfalls die Sonne, wird die erzeugte PV-Energie zuerst für den aktuellen Verbrauch im Gebäude genutzt. Überschüssige Energie kann in die Batterie geladen werden. Dadurch verlängert sich die mögliche Notstromdauer deutlich.
Ist die Batterie voll und der aktuelle Verbrauch im Gebäude gedeckt, regelt der Hybridwechselrichter die PV-Leistung automatisch herunter. Sobald wieder Energie benötigt wird, kann die PV-Anlage erneut Leistung bereitstellen.
Welche Grenzen gibt es im Notstrombetrieb?
Auch wenn die PV-Anlage bei Stromausfall weiterarbeiten kann, ist die verfügbare Leistung begrenzt. Entscheidend sind die Leistung des Backup-Ausgangs, der Ladezustand der Batterie, die aktuelle PV-Erzeugung und der Verbrauch im Gebäude.
Große Verbraucher wie Wallboxen, Wärmepumpen, Durchlauferhitzer oder große Motoren können die Batterie sehr schnell entladen oder den Wechselrichter überlasten. Deshalb sollten solche Verbraucher im Notstromkonzept gesondert betrachtet werden.
Eine Netzumschaltbox ermöglicht die Versorgung des Gebäudes im Rahmen der technischen Grenzen. Sie ersetzt jedoch keine unbegrenzte Netzversorgung.
Häufige Fragen
Kann die PV-Anlage bei Stromausfall automatisch starten?
Ja, wenn die Anlage über einen geeigneten Hybridwechselrichter, Batteriespeicher und eine korrekt installierte Umschalteinrichtung verfügt. Ohne diese Komponenten schalten viele PV-Anlagen bei Stromausfall ab.
Funktioniert die PV-Anlage auch nachts?
Nachts erzeugen die PV-Module keinen Strom. Die Versorgung erfolgt dann ausschließlich über den Batteriespeicher. Sobald am nächsten Tag wieder ausreichend Sonneneinstrahlung vorhanden ist, kann die PV-Anlage wieder Energie liefern und die Batterie nachladen.
Kann ich mein gesamtes Haus mit PV-Strom versorgen?
Grundsätzlich kann das Gebäude auf den Backup-Ausgang des Wechselrichters umgeschaltet werden. Die tatsächlich verfügbare Leistung hängt jedoch vom Wechselrichter, der Batterie und der PV-Erzeugung ab.
Fazit
Eine PV-Anlage kann bei Stromausfall weiter Strom liefern, wenn sie als Ersatzstromsystem ausgelegt ist. Dafür werden ein geeigneter Hybridwechselrichter, ein Batteriespeicher und eine sichere Netzumschaltung benötigt.
Mit einer Netzumschaltbox wird das Gebäude automatisch vom öffentlichen Netz getrennt und über den Backup-Ausgang des Wechselrichters versorgt. Die PV-Module können dabei den Hausverbrauch unterstützen und die Batterie nachladen. So wird aus einer normalen PV-Anlage eine deutlich leistungsfähigere Notstromlösung.
Nutzen Sie Ihre PV-Anlage auch bei Stromausfall – mit einer passenden Full-Backup-Box >>