Wissenswertes
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Welche DC-Schnellladestation passt zu meinem Standort?
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Netzanschluss für DC-Schnelllader – welche Leistung brauche ich?
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DC-Schnelllader trotz begrenztem Netzanschluss
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DC-Schnelllader für Gewerbe, Fuhrpark und Kundenparkplatz
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Was kostet ein DC-Schnelllader wirklich?
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DC-Schnelllader öffentlich betreiben: Abrechnung, Eichrecht und Backend
Welche DC-Schnellladestation passt zu meinem Standort?
DC-Schnellladestationen ermöglichen deutlich kürzere Ladezeiten als klassische AC-Wallboxen. Während AC-Ladestationen meist mit 11 kW oder 22 kW arbeiten, liegen DC-Schnelllader häufig bei 50 kW, 100 kW, 200 kW oder mehr. Dadurch können Elektrofahrzeuge in deutlich kürzerer Zeit nachgeladen werden.
Welche Ladeleistung sinnvoll ist, hängt jedoch stark vom Standort ab. Entscheidend sind nicht nur die technischen Daten der Ladesäule, sondern vor allem die Nutzung: Wie lange stehen die Fahrzeuge am Standort? Wie viele Fahrzeuge sollen pro Tag geladen werden? Handelt es sich um Kundenfahrzeuge, Firmenfahrzeuge, Werkstattfahrzeuge oder öffentliche Nutzer?
Im Spreewatt-Shop werden DC-Schnellladestationen unter anderem im Bereich von rund 50 kW bis 400 kW angeboten, darunter Alpitronic HYC50-, HYC200- und HYC400-Varianten. Damit lassen sich unterschiedliche Anwendungen vom kompakten Gewerbestandort bis zum leistungsstarken Ladepark abdecken.
Was ist der Unterschied zwischen AC- und DC-Laden?
Beim AC-Laden wird Wechselstrom an das Fahrzeug übergeben. Das Fahrzeug wandelt diesen Strom über sein internes Ladegerät in Gleichstrom für die Batterie um. Die Ladeleistung ist dadurch häufig auf 11 kW oder 22 kW begrenzt.
Beim DC-Laden erfolgt die Umwandlung bereits in der Ladestation. Das Fahrzeug erhält Gleichstrom direkt für die Batterie. Dadurch sind deutlich höhere Ladeleistungen möglich. DC-Schnelllader eignen sich daher besonders für Standorte, an denen Fahrzeuge in kurzer Zeit nachgeladen werden sollen.
Wann ist ein 50-kW-DC-Schnelllader sinnvoll?
Ein DC-Schnelllader mit etwa 50 kW ist besonders interessant für Standorte, an denen Fahrzeuge nicht über Nacht, aber auch nicht nur wenige Minuten stehen. Typische Anwendungen sind Autohäuser, Werkstätten, Hotels, kleinere Fuhrparks, Gewerbebetriebe oder Kundenparkplätze.
50 kW sind oft ein guter Einstieg in das Schnellladen. Die Netzanschlussanforderungen sind deutlich geringer als bei 200 kW oder 400 kW. Gleichzeitig ist die Ladeleistung hoch genug, um Fahrzeuge während eines Kundentermins, Werkstattaufenthalts oder kurzen Stopps spürbar nachzuladen.
Wann sind 150 kW bis 200 kW sinnvoll?
Ladeleistungen im Bereich von 150 kW bis 200 kW sind sinnvoll, wenn mehrere Fahrzeuge pro Tag geladen werden sollen oder kurze Standzeiten besonders wichtig sind. Das betrifft zum Beispiel größere Fuhrparks, Autohäuser mit hohem Fahrzeugdurchsatz, Ladepunkte für Kundenfrequenz oder halböffentliche Standorte mit regelmäßigem Schnellladebedarf.
Bei diesen Leistungen muss der Netzanschluss deutlich genauer geprüft werden. Oft reicht der vorhandene Hausanschluss nicht ohne Weiteres aus. Dann werden Lastmanagement, Batteriespeicher oder ein Ausbau des Netzanschlusses relevant.
Wann braucht man 300 kW bis 400 kW?
Sehr hohe Ladeleistungen ab 300 kW eignen sich vor allem für Ladeparks, stark frequentierte Standorte, Autobahnnähe, Logistik, E-Lkw-Anwendungen oder Standorte mit sehr kurzen Standzeiten. Hier geht es darum, Fahrzeuge möglichst schnell wieder einsatzbereit zu machen.
Diese Anwendungen stellen hohe Anforderungen an Netzanschluss, Trafostation, Mittelspannung, Lastmanagement und Abrechnungssysteme. Eine solche Lösung sollte daher immer als Gesamtprojekt betrachtet werden – nicht nur als Kauf einer einzelnen Ladesäule.
Welche Ladeleistung passt zu welcher Anwendung?
| Anwendung | Typische Ladeleistung | Einschätzung |
|---|---|---|
| Hotel / Gastronomie | 50 kW | sinnvoll für längere Aufenthalte |
| Autohaus / Werkstatt | 50–200 kW | abhängig vom Fahrzeugdurchsatz |
| Firmenfuhrpark | 50–200 kW | abhängig von Standzeiten und Fahrzeuganzahl |
| Kundenparkplatz Handel | 50–150 kW | gute Kombination aus Ladezeit und Anschlussaufwand |
| Ladepark | 200–400 kW | hohe Frequenz und kurze Ladezeiten |
| Logistik / E-Lkw | 200–400 kW und mehr | hohe Leistungsanforderung |
Nicht jedes Fahrzeug lädt mit voller Säulenleistung
Die maximale Leistung der Ladestation ist nur ein Teil der Betrachtung. Das Fahrzeug muss diese Leistung auch aufnehmen können. Viele Fahrzeuge reduzieren die Ladeleistung abhängig von Batteriestand, Temperatur und Fahrzeugmodell.
Ein 200-kW-Lader bedeutet daher nicht automatisch, dass jedes Fahrzeug dauerhaft mit 200 kW lädt. Trotzdem kann eine höhere Ladeleistung sinnvoll sein, weil moderne Fahrzeuge kurze Ladefenster besser nutzen können und mehrere Nutzer schneller bedient werden.
Häufige Fragen
Reicht ein 50-kW-Schnelllader für Gewerbe aus?
Für viele Gewerbestandorte ist ein 50-kW-Lader ein guter Einstieg. Er bietet deutlich schnellere Ladezeiten als AC-Laden und ist netzseitig oft einfacher zu integrieren als größere Schnelllader.
Wann brauche ich 200 kW oder mehr?
Wenn viele Fahrzeuge pro Tag geladen werden, kurze Standzeiten wichtig sind oder ein öffentlicher Ladepunkt mit hoher Nutzerfrequenz geplant wird, können 200 kW oder mehr sinnvoll sein.
Muss mein Fahrzeug die volle Ladeleistung unterstützen?
Nein. Das Fahrzeug lädt immer nur mit der Leistung, die es technisch aufnehmen kann. Die Ladestation stellt die maximale Leistung bereit.
Fazit
Die passende DC-Schnellladestation hängt vom Standort, den Fahrzeugen, der Standzeit und dem verfügbaren Netzanschluss ab. Für viele Gewerbe- und Kundenstandorte ist ein 50-kW-Schnelllader ein guter Einstieg. Für Fuhrparks, Ladeparks und Standorte mit hoher Frequenz können 150 kW, 200 kW oder 400 kW sinnvoll sein.
Prüfen Sie zuerst Anwendung, Ladebedarf und Netzanschluss – danach lässt sich die passende DC-Schnellladestation sicher auswählen.